In diesem Jahr nutze ich das erste Mal das Hobonichi Techo als Bullet Journal. Ich denke, nach knapp drei Monaten, ist es Zeit für ein kleines Update meinerseits. Aber vorher gibt es ein paar Details zum Hobonichi.
Das Hobonichi Techo ist ein beliebtes japanisches Planer- und Notizbuchsystem, das sich durch seine hochwertige Verarbeitung, das dünne, aber robuste Tomoe-River-Papier und sein flexibles Layout auszeichnet. Es wurde erstmals im Jahr 2002 von Hobonichi (Hobonichisa) entwickelt, einem Unternehmen, das von dem japanischen Essayisten Shigesato Itoi gegründet wurde.
Besonders geschätzt wird das Hobonichi für:
Sein Papier: Das Tomoe-River-Papier ist extrem dünn, füllerfreundlich und verhindert nahezu jedes Durchscheinen der Tinte.
Sein Layout: Es gibt verschiedene Versionen (A6, A5, Wochenplaner Weeks), wobei die klassische Techo-Variante eine tägliche Seite bietet – ideal für Journaling, Bullet Journaling oder kreative Einträge.
Seine Flexibilität: Durch das schlichte Design eignet es sich für viele Nutzungsmöglichkeiten – als Kalender, Tagebuch oder Skizzenbuch.
Die hochwertigen Cover: Jedes Jahr gibt es eine Vielzahl von Designs, von minimalistischen bis zu verspielten, oft in Zusammenarbeit mit Künstlern.
Für Bullet Journal-Nutzer kann das Hobonichi besonders praktisch sein, weil es das klassische Bujo-System mit einer strukturierten, aber dennoch anpassbaren Vorlage kombiniert.
Wie ist es bei dir? Bist du eher strukturiert mit deinem Setup oder nutzt du dein Bujo freier als kreatives Tagebuch?
Ich habe das Bullet Journal vor ein paar Jahren für mich entdeckt und schon einige verschiedenen durchprobiert. Als ich auf das Hobonichi aufmerksam wurde, wusste ich – das ist es.
Beim Bullet Journal gefällt mir die Möglichkeit selbst kreativ zu sein. Vorgedruckte Kalender passten einfach nicht zu mir. Ich war nie zufrieden und meistens blieb ein Großteil des Jahres leer. Aber irgendwann war ich etwas genervt davon, jeden Monat und jeden Tag selbst zu erstellen. Ich brauchte eine Alternative. Und das ist das Hobonichi.
Es hat vorgedruckte Monatsübersichten – praktisch für mich als Zeichenmuffel. Keine Übersichten mehr zeichnen, nur noch eintragen und fertig. Wenn mir nach Deko ist – gut. Wenn nicht – auch nicht schlimm. Bleibt es eben so. Manchmal trifft mich die Dekowut auch erst später und ich tobe mich aus.
Die vorgedruckten Seiten mit den Wochenübersichten finde ich perfekt. In den letzten Monaten habe ich dieses Layout immer selbst auf die leeren Seiten gezeichnet, was mich irgendwann eben sehr genervt hat. Ich bin halt ein ungeduldiger Mensch. Ich brauche einen Rahmen, den ich nach Lust und Laune und jeweiliger Stimmung füllen kann.
Ich würde sagen: GEFUNDEN …
Neben den Seiten mit den vorgedruckten Monats- und Wochenübersichten gibt es auch noch tägliche Seiten. Immer eine Seite pro Tag. Diese Blätter schreien förmlich „Tu es! Gestalte mich! Tob dich aus!“.
Diese Seiten nutze ich für das Journaling, manchmal als Kummerkasten, manchmal To do-Liste und manchmal bleiben sie einfach leer, nur mit der Notiz, wann ich arbeite. Kann ja sein, dass ich das vergesse. Muss ja nicht sein.
Mit diesem System bin ich so richtig zufrieden. Zum ersten Mal fehlt mir nichts. Es scheint perfekt.
Natürlich gibt es nicht nur Positives. Das wäre beängstigend. Alles perfekt – wer will das schon.
Ich liebe das Papier vs. Ich hasse das Papier
Wie kann man etwas gleichzeitig lieben und hassen? Ich weiß es nicht. Es ist aber so. Ich liebe dieses schöne dünne, glatte Papier. Es scheint wirklich völlig glatt ohne Struktur. Perfekte Haptik. Beim Umblättern macht es ein Geräusch, das irgendwie eine beruhigende Wirkung auf mich hat. Beim Schreiben gleitet der Stift darüber und lässt sich durch nichts aufhalten. Wenn man den richtigen Stift hat.
Ich hasse dieses schöne dünne, glatte Papier. Ja, auch das. Denn es funktioniert nicht mit jedem Stift. Viele meiner Stifte drücken durch das Papier. Sie bluten durch, wie es so schön heißt. Und das finde ich echt nervig. Meinen inneren Monk stört das extrem. Also wird hier fleißig aussortiert. Aber was mache ich mit den Stiften, die hier nicht mehr funktionieren?
Ich nutze regelmäßig ChatGPT für Recherche und das Ausarbeiten von Blogbeiträgen. Diesmal habe ich eine Liste von Stiften bekommen, die gut mit dem Papier funktionieren sollen. Die werde ich wohl demnächst nach und nach durchtesten.
Das hat mir ChatGPT auf meine Frage nach den Stiften geantwortet:
Ja, das dünne Tomoe-River-Papier kann eine Herausforderung sein, aber es gibt einige Stifte, die gut damit harmonieren:
- Uni-Ball Signo DX (0.38 mm oder 0.5 mm) – Ein Geltintenstift mit kräftiger, aber nicht durchdrückender Tinte.
- Pilot Juice Up (0.4 mm) – Gelschreiber mit sanftem Schreibgefühl und schnelltrocknender Tinte.
- Zebra Sarasa Clip (0.3 mm oder 0.4 mm) – Geltintenstifte mit lebendigen Farben, die nicht stark durchscheinen.
- Pigma Micron (0.3 mm bis 0.5 mm) – Fineliner mit pigmentierter Tinte, gut für Skizzen oder Notizen.
- Pentel EnerGel (0.5 mm oder kleiner) – Sehr flüssige Geltinte, die kaum durchdrückt.
Wenn du doch mal einen Füller testen möchtest, eignen sich feine oder extrafeine Federn (z. B. Pilot Kakuno oder Lamy EF) mit tintenschonenden Farben wie Sailor Kiwa-Guro oder Pilot Blue-Black.
Teste ruhig ein paar dieser Stifte und schau, was sich für dein Setup am besten anfühlt!
Also steht hier demnächst das große Stiftetesten an. Hat wer Erfahrung mit den Stiften? Oder kennt wer das Problem mit dem Durchbluten von Stiften und hat Ersatz gefunden? Sagt es mir in den Kommentaren.
Ich werde über das Ergebnis meines Tests hier berichten.
Im Moment bekommt das Hobonichi Techo von mir 95 von 100 Punkten. Mal sehen, ob das so bleibt.