Kaum ist man angekommen, stapft durch Hallen voller Bücher, trifft buchverrückte Menschen und füllt die Taschen mit Büchern und Leseproben – da ist die Leipziger Messe auch schon wieder vorbei! Lag es an der geklauten Stunde durch die Zeitumstellung? Oder hat sich Leipzig in eine Art buchiges Raum-Zeit-Kontinuum verwandelt, in dem die Zeit einfach schneller vergeht? Egal, wie es passiert ist – vier Tage voller Geschichten, Begegnungen und Buchliebe sind wie im Flug vergangen.
Seid ihr bereit für meinen Bericht?
Angereist bin ich bereits am Mittwoch und entgegen sonstiger Angewohnheiten der Deutschen Bahn sogar pünktlich. Ja gut, 2 Minuten Verspätung, aber das kann ignoriert werden. In diesem Jahr war unsere kleine Messefamilie zu viert. Brina, Kerstin, Saskia und meine Wenigkeit. Sammelpunkt war der Bahnhof und eigentlich sollte sofort unser erstes Messeritual starten – Kaffee in der Buchhandlung „Ludwig“. Aber daraus wurde leider nichts. Kein Plätzchen frei. Also verkrümelten wir uns ins Kaffee mit dem Becher mit grünem Logo. Der Kaffee war lecker und die warmen Zimtschnecken riefen laut nach uns.
Unsere Karavane zog dann weiter. Das Hotel wartete. In diesem Jahr haben wir uns für das Book Hotel entschieden. Ein tolles Hotel. Wir haben gleich fürs nächste Jahr gebucht. Anschließend hieß es – Beine vertreten. Wir waren alle ziemlich lange mit der Bahn unterwegs und alles schrie nach Bewegung.
Am Abend hatten wir uns mit einigen anderen Bloggern im Dhillons verabredet. Der zweite Ritual in Leipzig. Die Atmosphäre war toll und man konnte sich trotz lauter Musik sehr gut unterhalten. Das Personal freundlich, die Cocktails und das Essen wundervoll. Und irgendwie musste noch was schokoladiges als Desserts dazu. Ein perfekter Abend.
Wir hatten uns alle ein Jahr nicht gesehen und es gab viel zu erzählen, die Messepläne wurden ausgetauscht und Verabredungen gemacht. Wir werden definitiv wiederkommen.
Also ab ins Hotel – das Bett rief sehr nach mir und am nächsten Tag sollte die Messe starten, da war Müdigkeit keine Option.
Donnerstag – Juhuu, die Messe geht los! Gut geschlafen, gefrühstückt und schon ging es los zur Messe. Als alte Messehasen haben wir uns wieder eine Zeit ausgesucht, in der die Tram noch leer ist. Wir konnten also alle vier sitzend zur Messe fahren. Im Pressezentrum gab es dann überall ein großes Hallo. Viele von uns sehen sich wirklich nur auf der Leipziger Buchmesse. Beim üblichen Kaffee wurde sich ausgetauscht, die Termine abgeglichen und hier und da startete die social Media-Arbeit. Auch mich hat es erwischt und das ohne meinen Kaffee getrunken zu haben. Ich bin mal wieder in einem Podcast zu hören. Seid gespannt. Das Ergebnis könnt ihr dann hier hören.
Schon am Donnerstag fiel uns auf, dass der Weg zur Messe für viele länger als üblich dauerte und auch der Einlass ging nicht reibungslos vonstatten. Darüber werde ich aber später berichten, das würde den Beitrag hier sprengen. Jedenfalls fiel mein erster Termin gleich ins Wasser. Mein Gesprächspartner stand im Stau und schaffte es nicht pünktlich. Leider konnten wir uns auch später nicht treffen. Termine, Termine, Termine …
Insgesamt war am Donnerstag mein Terminplan dicht gepackt. Aber ich habe alles geschafft, meine gewünschten Bücher gekauft, (fast) jeden getroffen, den ich gesucht habe und abends ging es zu #BookmeetsPizza. Mein goldenes Ticket hatte ich im Gepäck, die Route der Tram auf dem Handy und mein Navy … Das lachte gleich los. Wir zwei mögen uns nicht. Das Navy denkt „Es ist doch so einfach“ und ich, ich denke das eben nicht. Wenn ihr dringend irgendwo hinwollt, überlast mir nicht die Führung. Navigieren ist nicht meine Superkraft. Aber ich habe es geschafft und so konnte ein toller Abend den ersten Messetag abschließen. Ich habe mich dann aber wirklich auf mein Bett gefreut. Ich glaube, ich werde alt. So ein Messetag schlaucht aber auch ziemlich.
Messetag zwei startete wieder wie üblich. Frühstücken und eine frühe Bahn schnappen, ab ins Pressezentrum. Auch der Freitag sollte für die Messe eine Herausforderung sein. Die Schlangen beim Einlass gingen ins Unendliche und auch auf der Messe war es so voll, wie sonst nur am Wochenende. Vielleicht lag es wirklich daran, dass die Karten für das Wochenende reglementiert und auch schon ausverkauft waren. Wer auf die Messe wollte, musste den Donnerstag und Freitag nutzen.
Am Freitag streifte ich durch die zwei Hallen, die ich am Vortag nicht mehr geschafft hatte. Gleich früh trat der Buchhändler in den Vordergrund und ich habe ein sehr interessantes Gespräch in der Mangahalle geführt. Weiter ging es von Halle zu Halle, einige Termine standen an, ansonsten ließ ich mich treiben und suchte die Verlage, deren Bücher ich gerne lese.
Hier und da wurde gedrückt und getratscht. Die, die ich eigentlich suchte fand ich nicht, dafür aber andere. Es war am Abend ausgeglichen.
Den Abend verbrachte ich gemeinsam mit anderen Bloggern und Autoren beim Essen und ein sehr witziger Tram-Fahrer brachte uns dann nach Hause. Zwei sehr müde Blogger wollten dringend ins Bett.
Samstag – wie die Zeit vergeht. Was, schon Wochenende? Wo ist die Zeit geblieben. Für den Samstag hatte ich wenig geplant. Meistens Vorträge und Besuche bei Selfpublishern und kleinen Verlagen. Mein Highlight war mein Standdienst beim Pinguletta Verlag. Da die Messe mich auch in diesem Jahr nicht akkreditieren wollte, gehörte ich zur Crew der Pingulettas. Ich liebe diesen Verlag, aber auch dazu gibt es einen extra Beitrag. Ich konnte in dieser Stunde mal die Messe von der anderen Seite sehen. Es war sehr interessant. Ich hoffe, ich war eine Hilfe. Mir hat es jedenfalls ziemlichen Spaß gemacht, auch wenn sich ab und zu der Buchhändler in mir in den Vordergrund gedrängt hat.
Den Tag habe ich mit einem weiteren Vortrag ausklingen lassen und ab ging es zum nächsten Ritual der Leipziger Buchmesse – unser Abendessen im Bayrischen Bahnhof. Wie immer alles sehr lecker, die Gespräche toll und die Begegnung mit einer Nachwuchsbloggerin sehr faszinierend. Die kleine Maus hat an diesem Abend ein ganzes Buch verschlungen. Ein dünnes, aber ein ganzes Buch.
Auf die Tram war wieder Verlass. Ich kam sicher im Hotel an. Dafür hieß es dann Koffer packen. Ja, die Messe war schon fast wieder vorbei.
Sonntag – der letzte Messetag. Wie immer haben wir unsere Koffer am Bahnhof ins Schließfach getan. Was eine Herausforderung war. Ich habe zwar ein Fach UNTEN ausgesucht, aber unten hat der Automat anders interpretiert. Was soll ich sagen: Es brauchte 3 Frauen um meinen Koffer nach oben zu heben. Warum war der so schwer?
Der einzige feste Programmpunkt fiel leider aus. Dabei hatte ich mich so sehr darauf gefreut ein fadengeheftetes Notizbuch zu basteln. Aber die Schlange war so lang, dass wir bestimmt keinen Platz mehr bekommen hätten. Schade, vielleicht im nächsten Jahr. Also wurde der letzte Messetag genutzt um einfach von Halle zu Halle zu gehen und zu sehen, was ich übersehen habe. Das mache ich sonntags immer so. Ich habe die Foto-Hotspots fotografiert, noch ein paar interessante Bücher gefunden – oder sie haben mich gefunden – und auch noch Stände entdeckt, die ich übersehen hatte.
Irgendwann war dann die Luft raus und wir sind zu dritt in die Stadt ins Café Kandler. Die haben da den leckersten Kuchen und die beste Auswahl an Tee. Frisch gestärkt ging es zu Fuß zum Bahnhof und dann hieß es auch schon Abschied nehmen. Die Messe war für uns vorbei und es zog uns ins eigene Bett.
Auf der Messe wurde ich für einen Podcast gefragt, was ein Blogger zum Bloggen braucht. Kann ich noch etwas hinzufügen? Ein Blogger muss auch multitaskingfähig sein. Während ich hier an meinem Beitrag feile, dreht meine Waschmaschine Runde um Runde, die Mitbringsel der Messe werden gesichtet und sortiert, Fotos gemacht, social Media bespielt, Pläne gemacht und mit ChatGPT diskutiert, wie das Foto zum Blogbeitrag aussehen könnte und wie lang die Überschrift sein darf, dass Google sie auch findet.
Wie habt ihr die Messe verbracht? Was habt ihr interessantes entdeckt? War es eure erste Messe oder seid ihr auch Wiederholungstäter? Schreibt es mir in die Kommentare, da ist jede Menge Platz.